Hilf uns, es selbst zu tun!

Im Jugendalter rückt die Bedeutung der Gruppe gegenüber dem Individuum in den Vordergrund und es entsteht ein neues Bewußtsein: Gemeinsam können wir mehr erreichen als jeder Einzelne von uns. 

Gesellschaftliche und finanzielle Unabhängigkeit ist das Ziel dieses Entwicklungsabschnittes. Im Alter von zwölf bis fünfzehn vollziehen sich bei den Heranwachsenden nicht nur große Veränderungen, sondern auch enorme Entwicklungsschritte. Das Gehirn ist während der Adoleszenz völlig im Umbau. Dadurch sind Jugendliche oft kognitiv beeinträchtigt, haben aber in dieser wichtigen und empfindlichen Zeit auch noch einmal eine gute Möglichkeit, grundlegende Lebenseinstellungen zu hinterfragen und zu ändern. Dieser neue Lebensabschnitt ist geprägt von neuen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Sensibilitäten sowie starken und neuen Gefühlen; Ziel dieses Entwicklungsschritts ist das Erwachsenwerden und damit die Fähigkeit, auch materiell selbst für sich zu sorgen - eine sehr spannende Periode der Entwicklung. Wir sprechen von den Sensiblen Phasen des Jugendalters.

Sie brauchen eine Vorbereitete Umgebung, die auf ihre Besonderheiten und die sensiblen Phasen des Alters antwortet, sodass sie sich in diesen Bereichen gut entwickeln können. Sie haben das Bedürfnis erwachsen zu werden.

Genau diesem Bedürfnis muss die S1 (Sekundarstufe 1) gerecht werden und zwar auf eine Art und weise, dass sich empathische, starke junge Menschen entwickeln können, die für Montessori die Grundlage sind, um ihrem höchsten Ziel, der Friedenserziehung gerecht zu werden. Laut Montessori müssen unser Jugendlichen die Möglichkeit haben, die Erwachsenenwelt praktisch zu erfahren, sich eine umfassende Bildung zu erarbeiten, sich selbst und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, wie sich auch zu einem empathischen und starken jungen Menschen entwickeln zu können.

Unsere Lern- und Entwicklungsorte für die 12- bis 15-Jährigen

Das Zentrum der S1 ist der erste Stock des Schulhauses in der Henckellgasse 19 mit der zentralen Küche und ein paar Arbeitsräumen. Dies ist aber nur ein Teil der Vorbereiteten Umgebung - unser Wohnbereich sozusagen. Wichtig im täglichen Leben der Erdkinder ist auch der Keller mit allen Lagerräumen, dem Musikraum, der Foodcoop, und dem Wirtschaftsraum mit Lebensmittelvorrat und der Waschmaschine. Im zweiten Stock des Hauses befinden sich noch zwei weitere Arbeitsräume sowie unser kleines Bed and Breakfast. Im Garten rund um das Schulhaus befinden sich Gemüse- und Kräuterbeete, der Hühnerstall und das Imkerhäuschen. Außerhalb des Gartens, im gleich anschließenden Wald, befinden sich unsere Bienenstöcke. Der Wald selbst gehört auch zu unserer Vorbereiteten Umgebung, da wir dort Wildfrüchte und Wildgemüse nutzen und uns um die Sauberkeit des Waldes kümmern. Außerdem gehört noch unser Bauernhof in Innermanzing zu unserem Standort sowie auch unser Weingarten. Nicht zu vergessen unsere Marktstände am Volkertmarkt und am Spittelberg. Neben dem zentralen Schulhaus ist also für die S1 schon ein viel größeres Areal notwendig als für die Primarstufe.

Praktische Erfahrungen sammeln
In der Sekundarstufe 1 müssen die Jugendlichen in der Vorbereiteten Umgebung aktiv und selbstständig arbeiten können. Wie schon im Kinderhaus- und in den Primarstufen bieten wir entwicklungsadäquates Material. Auch jetzt brauchen die Jugendlichen konkretes, erfahrbares Material, um die Welt der Erwachsenen zu begreifen.

Die Materialien des Erdkinderplans sind:

Eine vielfältige Produktionsstätte inklusive Pflanzen und Tieren und Bezug zur Natur - möglichst ein Bauernhof. Der Hof selbst soll auch ästhetischem und künstlerischem Ausdruck Raum bieten, die darin befindliche Arbeit soll Grundlage für naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Studien sein.

Ein Geschäft, ein Vertrieb, der in der „echten Erwachsenengesellschaft“ angesiedelt ist (also nicht nur für die Eltern der SchülerInnen).

Ein Gästehaus - also eine Möglichkeit, echte Dienstleistungen an anderen erproben zu können.

All diese „Materialien“ bilden und bieten eine geschützten Rahmen, innerhalb dessen die Jugendlichen sich ausprobieren, sich Herausforderungen stellen, Risiken eingehen und aus Fehlern lernen können.

Ein Tag bei den 12- bis 15-Jährigen

In der S1 gibt es keinen typischen Tagesablauf, sondern eine Vielfalt an Tätigkeiten und Aufgabenbereichen innerhalb und außerhalb der Schule.
Eine unserer Hospitantin beschreibt das so - und irgendwie ist es doch ein recht typischer Tag.

Heute ist ein besonderer Tag für mich, meine Hospitation in der S1 startet um 8 Uhr und ich freue mich sehr darauf. Heute ist Donnerstag, also ein ganz normaler Tag, wie man mir sagte. Mal sehen, was man darunter versteht. Mit meiner Tasche, einem Notizbüchlein und Hausschuhen ausgestattet gehe ich durch die Eingangstür und merke, dass ich um diese Uhrzeit nicht die Einzige bin, die sich durch dies Tür zwängen will. Unzählige Jugendliche kamen mit dem selben Bus, lachend und fröhlich haben sie sich viel zu erzählen. Nun bin ich also gleich mitten im Geschehen und bis ich mich umgezogen habe und versuche mich zu orientieren, haben sich schon einige junge Leute in der Küche die Schürzen umgeworfen und originelle Kopfbedeckungen aufgesetzt.

Von Kochhaube über Kapuze und bunten Kopftüchern ist hier alles zu finden. Rasch holen sie die Sachen aus dem Kühlschrank und beginnen auf der Arbeitsfläche zu schnippeln und schneiden. Einige waschen Salat oder messen und wiegen. Eine freundlich lächelnde Frau ist mitten darunter, sie ist Teil des Teams, arbeitet Seite an Seite, hilft und unterstützt. Das Sagen scheint ein junger Mann zu haben, er ist heute der Küchenchef, wie mir später gesagt wird. Als die Frau mich erblickt, kommt sie sofort her, lächelt mich an und stellt sich vor. Sabine begrüßt mich so, dass ich mich gleich wohl fühle und als ich frage, was da gerade gekocht wird, bittet sie ein Mädchen namens Clara mich mit den Gepflogenheiten der Küche vertraut zu machen.
Von 8 bis halb 9 wird hier von einem Team das Mittagessen für 55 Leute vorbereitet. Das ist viel Arbeit, daher ist der Einkauf schon genau auf die Woche abgestimmt. Es gibt einen Menüplan und ein genaues Rezept, das man exakt nachlesen muss, damit man nicht die Lebensmittel der anderen Tage verwendet. Der Küchenchef kümmert sich darum, dass das alles funktioniert und jedes Teammitglied etwas zu tun hat.

Ich schaue kurz in die anderen Räume, hier wird sich auch schon emsig auf den Tag vorbereitet. Ein anderes Mädchen, welches mich ratlos herumstehen sieht, erklärt mir, dass um halb 9 die Leitstudien beginnen. Ein Pädagoge, Daniel, schreibt gerade den Tagesplan auf, damit jeder weiß, wo er arbeiten wird. Punkt halb 9 verlässt das Küchenteam seinen Platz, Sabine wirft noch einen Blick drauf, sieht was, alles schon erledigt ist und bespricht mit dem Küchenchef, wann er wieder in die Küche kommen soll und wie viele Leute für den nächsten Schritt nötig sind.

Anschließend begebe ich mich in einen der zahlreichen Räume und beobachte, was in den Leitstudien passiert. Ich bin perplex, wie selbständig jeder hier seine Sachen holt, seinen Arbeitsplatz anvisiert und zu arbeiten beginnt. In manchen Leitstudien gibt es zunächst einen Input des Pädagogen, andere arbeiten gleich in Arbeitsgruppen und holen ihre Sachen aus den Mappen. Manche gehen gleich nach Draußen und holen die Gartengeräte aus dem Schuppen. In der historischen Studie gibt es einen englischsprachigen Input von Jeremy (Pädagoge und Native Speaker).

Es ist total interessant, wie viele unterschiedliche Themen es auszuwählen gibt. Garten und Kräuter, Bau einer Holzhütte, Wirtschaft und Geschäftsgründung, Spanische Künstler, Geschichte des 20. Jahrhunderts - mir schwirrt nach dem Vormittag schon der Kopf von so viel Input und so vielen Kleinigkeiten, die es hier zu beobachten gibt. Etwas ist allen Studien gleich, die Selbstständig- und tätigkeit wird von allen PädagogInnen unterstützt und begleitet, selbst der Input wirkt nicht übergestülpt, sondern läuft zum Teil im Diskurs. Es gibt zwar eine Lektion zum Thema: „Was braucht es zur Firmengründung“, aber gleichzeitig überlegt jeder Jugendliche, welche Visionen er oder sie hat. Die Jugendlichen wirken sehr reif und sind es offensichtlich gewohnt mitzudiskutieren. Ich bin sofort Teil des Sekundarstufenkosmos, kann Fragen stellen oder einfach nur das Geschehen beobachten.

Es gibt Leute, die dann Pause machen, Tee kochen und ihre Jause essen, andere können sich nicht losreißen und arbeiten weiter an ihren Projekten. Während dieser Zeit sehe ich, dass einige wieder in die Küche pilgern und der Küchenchef verteilt die Aufgaben. Sabine ist auch wieder da und hilft dem Team, damit alles glatt läuft, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Erwachsene geben Sicherheit und sind da, aber die Jugendlichen wissen genau, was zu tun ist. An diesem Tag gibt es Gemüsesuppe und Palatschinken. Die Suppe köchelt fast fertig vor sich hin und ein Team palatschinkenschupfender Jugendlicher hat sich an die Pfannen gemacht. Andere beginnen mit dem Abwasch und dem Aufräumen. Nach der Leitstudienzeit begeben sich alle in die Kerngruppen.

Ein Junge, er stellt sich als Luiz vor, meint, dass ich gerne in seiner Gruppe dabei sein könne. In dieser halben Stunde vor dem Essen haben die KerngruppenbetreuerInnen mit jeweils 12-13 Jugendlichen (immer dieselben) Zeit für gruppendynamische Prozesse, Gespräche, Austausch oder Spiele. Sie sind altersmäßig gut durchmischt, die Gruppe wirkt vertraut und familiär. Im Garten, auf der Terrasse oder im Musikzimmer, wo ein Junge namens Manuli zwischendurch gute Laune auf dem Klavier verbreitet, sitzen die Kleingruppen und tauschen sich aus. Eine Gruppe bleibt in der Küche und finalisiert den Mittagstisch. Die Palatschinken für 55 Menschen wollen ja fertig werden, daher herrscht hier reges Treiben, während in meiner Kerngruppe eine politische Diskussion läuft. Dann wird aufgedeckt und alle verteilen sich auf die Räume, um entweder Englisch oder Deutsch zu essen - je nach Raum wird während des Essens deutsche oder englische Konversation betrieben. In jedem Raum sitzt mindestens ein Pädagoge oder eine Pädagogin und isst mit der Gruppe. Zu Beginn gibt es ein Gedicht für jedes Zimmer und anschließend werden die Speisen vorgestellt und wieviel man sich nehmen darf. Dann werden die Tische aufgerufen, damit kein Tumult entsteht. Es entsteht trotzdem eine Schlange und es gibt ein munteres Geplauder. Jeder freut sich auf die Palatschinken und ist ungeduldig, aber es gibt kein Vordrängen und jedes Rangeln wird sanft vom PädagogInnenteam eingedämmt. Das Essen schmeckt sehr gut, vor allem die Suppe ist gut gewürzt, die Stimmung ist angenehm, es kommt mir ein wenig wie in einem Bienenschwarm vor. Apropos Bienen. Ich darf nicht vergessen, mich danach zu erkundigen, denn ich möchte unbedingt einen Ausflug zu den Bienenstöcken machen. Roman Klune hat mich während der Leitstudienzeit begrüßt und mir vieles über die Strukturen in der Sekundarstufe erzählt und mich sehr neugierig auf die Arbeit mit den Bienen gemacht. Ich werde nach dem Essen mit einem jugendlichen Experten, Matthias und einer Assistentin, Laura, zu den Bienen wandern. 

Mit drei Gong-Schlägen endet das Mittagessen und alle dürfen die Tische mit ihrem Gedeck verlassen. Es bildet sich wieder eine Schlange, man gibt dem Küchenchef ein Feedback, gibt das Geschirr ab, wo schon ein Jugendlicher zum Abwasch bereit steht.  Eine Gruppe Burschen verlässt fluchtartig das Haus. Magnus erklärt mir, dass nun die „Smileyblockzeit“ beginnt, wo er jetzt zum Fußball geht. Ich versuche herauszufinden, was nun gerade geschieht und sehe einem Burschen zu, wie er gerade einen Raum herrichtet: Hugo macht ein Projekt über Fotografie. Carla hat einen englischen Film vorbereitet und alle, die nicht in diesen Gruppen sind, befinden sich schlagartig im Atrium um Freiarbeit zu machen – also diese Gruppe kann nun ihre eigenen Arbeiten beginnen oder fertigstellen. Roman Klune sitzt auch in diesem Raum und steht für Fragen zur Verfügung. Smileyblöcke werden von Erwachsenen und Jugendlichen angeboten und können alles sein. Ein Smileyblock dauert 6 Wochen man kann z.B. eine Stunde lang backen, spanisch sprechen & kochen, Fußball spielen, Filme in einer anderen Sprache ansehen, ein Spezialgebiet erkunden, nähen, Zumba tanzen, Trommeln, Klavier spielen lernen oder über Politik diskutieren, je nachdem, was Leute anbieten wollen und wieviel Interesse dafür besteht. Oder man kann eben in der Freiarbeit Sachen erledigen: üben, lernen, Referate vorbereiten, lesen und vieles andere mehr. Die Arbeitsstimmung überwältigt mich ziemlich und ich versuche, in jedem Raum Eindrücke zu sammeln.

Anschließend gibt es in drei Räumen eine Unterrichtseinheit Mathematik, Deutsch und Englisch.
Auch hier merke ich, dass LehrerInnen nicht wie üblich im Vordergrund stehen, sondern eher im Hintergrund. In Mathematik arbeiten immer Zweier- und Dreiergrüppchen von SchülerInnen an ganz verschiedenen Themen, Roman gibt zwischendurch Hilfestellungen, macht kleine Darbietungen oder notiert seine Beobachtung. In English beobachte ich kleines Grüppchen, das verteilt im Haus verschiedene Filmchen drehen. Ich erhalte die Auskunft, dass sie den Auftrag hatten, für ein erfundenes Märchen auf Englisch ein Drehbuch zu schreiben und dieses dann verfilmen durften.
Den Abschluss des Tages bilden die Chores. Hier kommt wieder das Gefühl des Bienenschwarmes auf, denn plötzlich räumen und putzen alle 50 Jugendlichen gleichzeitig alle verschiedenen Räume auf und es wuselt nur so.

Mitten im Getümmel beobachte ich auch ein Grüppchen, das mit einer großen Kasse und Rechnungen an einem Tisch sitzt und sich Abrechnung macht. Roman Klune kommt auf mich zu und erklärt, dass den Chores eine sehr komplexe Struktur zugrunde liegt und begleitet mich nach draußen, wo im Rahmen der Chores auch die tägliche Gartenarbeit stattfindet. Einzelnen SchülerInnengrüppchen verlassen dann auch schon das Schulgebäude. Wenn eine Kerngruppe ihre Arbeit erledigt hat, ist für sie die Schule aus und die Jugendlichen können nach Hause gehen. Manche bleiben aber trotzdem bis zum späten Nachmittag in der Schule.

Fotos aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht.Fotos vom Bau der ImkerhütteWir versorgen unsere Bienen und stellen diverse Produkte aus Honig her.Fotos vom Bau der Hühnervoliere (sicherer als Fort Knox, den Strom für die elektische Schließanlage gewinnen wir aus Solarenergie - auch selbst konzipiert, konstruiert und gebaut). Und ein Foto von unserem allerersten Kücken.

Filme


"Es ist gut, viel Verantwortung zu haben.", ein Film über die Sekundarstufe 1

 

"Trickkiste Epigenetik - Wie unsere Gene lernen", ORF, 14. Sep. 2016

 

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2. Entwicklungsstufe

Maria Montessori fasst in ihrer Beobachtung die Entwicklungsperiode der 6- bis 12-Jährigen als „Primarstufen“ zusammen. Diese sechs Jahre werden wiederum in jeweils drei Jahre unterteilt: die Primarstufe 1 (6-9) und die Primarstufe 2 (9-12). Grundsätzlich sind viele Merkmale wirklich bezeichnet für das ganze Primarstufenalter. Durch die individuelle kontinuierliche Weiterentwicklung jedes Kindes ergibt sich aber ein anderer Focus auf die prinzipiell gleichen Charakteristika je nach Alter und Entwicklungsstand.
Das P1-Kind unterscheidet sich in den Charakteristika der Entwicklungsstufe nicht wesentlich vom P2-Kind, aber: Gespräche werden immer philosophischer (Zugewinn der Abstraktionsfähigkeit), Arbeitsphasen werden immer länger (höhere Konzentration durch die Komplexität der Forschungsbereiche) und das sinnliche Begreifen wird durch die zunehmende kognitive Vorstellungskraft immer kürzer/Arbeiten mit Montessorimaterial werden immer kürzer. Im sozial-emotionalen Bereich werden Konfliktgespräche immer lösungsorientierter, die Empathiefähigkeit ausgeprägter und die Ordnung von Richtig und Falsch, Gut und Böse kann schon vielschichtiger diskutiert werden.

Absorbierender Geist

Von der Geburt bis zum Alter von etwa drei Jahren verfügen Kinder über diese besondere Art der Lernfähigkeit.
Heutige HirnforscherInnen bestätigen Montessoris Auffassung, dass Kleinkinder auf diese Weise durch unbewusste Intelligenz die Fähigkeiten zur Sprache, Bewegung, Wahrnehmung und Sozialität ganzheitlich assimilieren.

Bauernhof

Bisher bewirtschaften wir voller Stolz unsere Farm in Innermanzing (30 Auto-Minuten entfernt). Jede Woche ist eine Gruppe einen ganzen Tag dort, baut Gemüse an und restauriert eines der Hofgebäude.
In Mörbisch am See bewirtschaften einen zweiten landwirtschaftlichen Bereich, unseren kleinen Weingarten, die Trauben verarbeiten wir zu Saft und Marmelade.
Direkt bei der Schule haben wir mehrere Bienenvölker - wir verarbeiten Honig, Propolis und Bienenwachs - und Hühner - die Eier decken bisher einen Teil unseres Eigenbedarfs. Die Kräuter unseres Kräutergartens verarbeiten wir zu ätherischen Ölen und anderen Produkten.

Bed&Breakfast

Die Sekundarstufe 1 hat ein B&B im 2. Stock des Schulgebäudes der Henckellgasse 19 eingerichtet. Es bietet einen Raum mit Doppelbett in herrlicher Grünlage mit Blick auf den Garten, ein geräumiges Badezimmer mit Dusche und Badewanne und einen hellen, freundlichen Frühstücksraum.

Das Zimmer kann einzeln oder als Doppelzimmer, mit oder ohne Frühstück gebucht werden. So können Hospitanten direkt in unserm Haus übernachten, aber natürlich sind auch alle anderen Gäste herzlich willkommen und können sich bei uns rundum wohl fühlen. Auf der Homepage: bb.montessoricampus.at haben wir Fotos und Informationen, um sich schon mal Gusto zu holen.
Das Zimmer kostet: pro Person 20,— bei Doppelbelegung und 25,— für die Einzelbelegung. Ein Standardfrühstück (Heißgetränk, Gebäck, Butter, hausgemachte Marmelade und Honig) macht 8 Euro, man kann jedoch auch wahlweise Wünsche gegen Aufpreis deponieren.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an folgende Emailadresse: sabine.huetter@gmx.at

Bewegung

„Beobachtungen an Kindern aus aller Welt beweisen, dass das Kind seine Intelligenz durch die Bewegung entwickelt. Die Bewegung unterstützt die psychische Entwicklung und diese Entwicklung findet ihrerseits Ausdruck in weiteren Bewegungen und Handlungen.“

CAS

Creativity Action Sevice = CAS:
Unbedingter Bestandteil des IB-Diploms. Die SchülerInnen suchen sich Herausforderugen in den Breichen Krativiät, körperlicher Anstrengung und Arbeit in Sinne des Gemeinwohl. Viele Stunden außehalb der Schulzeit sollen sie in diesen Bereichen an ihrer persönlcihen Entwicklung arbeiten. Der Weg ist das Ziel - d.h. am Ende ist die Reflektion über den Weg wichter als das Resultat.

Chores

Chores, engl. für Aufgaben, Verantwortungen, (häusliche) Pflichten. Jedes Mitglied unserer S1-Gemeinschaft ist dafür verantworltich unser Haus, unserer Umgbung in Schuß zu halten, jede und jeder übernimmt seien Anteil.

Darbietungen

Bei einer „Darbietung“ wird dem Kind ein Material vorgestellt und gezeigt, in welcher Art und Weise man damit arbeitet. Sind es bei den ganz jungen Kindern vor allem um Darbietungen aus dem „praktischen Leben“ (Schuhe binden, Tisch kehren, Jause zu bereiten,…),so handelt es sich bei den Darbietungen für die Primarstufenkinder mehr um Mathematik, Sprache und naturwissenschaftliche Bereiche.
Alleine für den Bereich der Primarstufen sieht das Montessori-Curriculum 2000 Darbietungen und etwa 400 Materialien vor.

Das Geschäft

Das Geschäft oder den Markt ist auch im weltweiten Vergleich mit anderen Erdkinder-Projekten als unsere große Stärke. Seit Beginn unserer Sekundarstufe 1 verkaufen wir selbst gemachte Produkte auf einem Weihnachtsmarkt. Im Laufe der Jahre sind einige saisonale Märkte hinzugekommen und seit 2016 verkaufen wir sogar dank der Organisation einer Schülerin jeden Samstag auf einem öffentlichen Markt. Mittleriweile gehört ein Ab-Hof-Verkauf gehört genauso dazu wie die jüngste Entwicklung, unsere selbst gegründete Foodcoop.

Das Leben von Maria Montessori

Maria Montessori erlebte zwei Weltkriege, als alleinerziehende Mutter eines unehelichen Kindes war sie gesellschaftlich stigmatisiert, sie war die erste Medizinstudentin Italiens und damit eine Pionierin der Emanzipation und - last but not least - war sie die Begründerin einer international anerkannten Pädagogikbewegung. Zwischen ihrer und unsere Lebenswelt liegen 100 Jahre - und doch sind ihre Erkenntnisse so aktuell wie eh und je.

Die Montessori-Pädagogik stärkt und formt gerade jene Fähigkeiten, die heute für unsere Gesellschaft und jedes Unternehmen essentiell sind: Führungsstärke, Begeisterungsfähigkeit, Teamgeist, Flexibilität, Herzensbildung, Selbstorganisation, Selbstbewusstsein, Selbstkritik, Selbsteinschätzung, Lösungsstrategien, Empathiefähigkeit … - die Liste ließe sich fortsetzen. Maria Montessori war der Überzeugung, dass Menschen, die diese Fähigkeiten als Kinder erwerben, zum Weltfrieden beitragen werden; zweimal wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert.
Bis heute sind ihre Überzeugungen topp-aktuell:

„Alle gesellschaftlichen Probleme werden vom Standpunkt des Erwachsenen und seiner Bedürfnisse aus betrachtet: Wohnen, Arbeitslosigkeit, Löhne, Stimmrecht usw. Viel wichtiger aber sind die Bedürfnisse des Kindes. Es genügt nicht, für die Ernährung, Bekleidung und Unterkunft der Kinder zu sorgen. Der Fortschritt der Menschheit, hängt von der Befriedigung der geistigen Bedürfnisse des Kindes ab.“
„Die Menschheit kann auf eine Lösung ihrer Probleme, unter denen die dringlichsten Frieden und Einheit sind, nur dann hoffen, wenn sie ihre Aufmerksamkeit und Energie auf die Entdeckung des Kindes sowie auf die Entwicklung der großen Potentialität, der in ihrer Bildung begriffenen menschlichen Personalität konzentriert.“
„Ich halte es für möglich, eine neue Gesellschaft zu errichten, in der der Mensch fähiger sein wird, weil man Vertrauen in ihn setzte, als er ein Kind war.“

Dreistufiges Lernen

Das Dreistufiges Lernen (Forschen) ist ein Grundprinzip der Montessori Pädagogik. John Snyder bezeichnet es auch als dreistufiges Forschen.
Im Groben bedeutet das, dass jeder neue Lerninhalt in drei Phasen geteilt wird. Das muss jeder/m Pädaogin/en bewusst sein, denn etwas einmal zu erwähnen reicht bestimmt nicht nachhaltig bei komplexen Lerninhalten.
Die 1. Phase ist ein Kennenlernen, eine Darbietung, ein Einbetten in die Geschichte, ein Andocken an schon Gelerntes. Ganz oft ein neugierig Machen.
Die 2. und längste Phase ist das Üben. Hier werden Infos eingeholt, Erkenntnisse strukturiert, Informationen verarbeitet. Diese Phase braucht viel Coaching, viel Fingerspitzengefühl der PädagogIn um nicht zu schnell aber vor allem nicht zu langsam den nächsten Schritt anzubieten. Coaching bedeutet hier auf die richtige Fährte führen, nichts vorwegnehmen, sondern behutsam gefundene Antworten des Schülers sowie dessen Lernfelder wahrnehmen. Der/die PädagogIn muss überlegen, was muss isoliert gelernt werden, was darf schon in einem Kontext stehen.
In der 3. Phase geht es um Festigen, um Verinnerlichen von Inhalten. Echte Integration des Gelernten bedeutet für den Lerner schlichtweg: „Ich weiß, dass ich das schon weiß.“ Je nach Alter des/r Schülers/in auf einer bewussten oder unbewussten Ebene. Im Bestfall kann man dieses Handwerkszeug zu einem ganz anderen Zeitpunkt nützen, anwenden, darauf aufbauen.
Neben der sachlichen Klarheit der PädagogIn braucht es vor allem ein sehr gutes Gespür wie lange jedes Kind in einer der drei Phasen verweilen soll. Vor allem der ständige Wechsel zwischen Üben und Beherrschen ist sehr individuell. Selbst ein aktives Beherrschen von Gelerntem bedeutet nicht, dass das für immer gilt. Wichtig im Lernprozess ist das unvoreingenommene offene Wechseln zwischen Üben und Beherrschen. Etwas zu vergessen ist nicht schlimm, ich muss nur wissen (kennengelernt haben) wie ich mir das schon mal Erlernte wieder herholen kann. Dieser angstfreie Zugang vorm Fehler-Machen, diese Freude am Wiederherholen-Können, ist ein wichtiger Grundstein für ein wissbegieriges lebenslanges Lernen, das Freude macht. Je länger ein Jugendlicher in einer Montessori-Einrichtung war, desto besser lässt sich beobachten, dass diese drei Schritte völlig selbstverständlich beim Lernen verinnerlicht sind und tagtäglich damit jongliert wird. Diese Arbeitshaltung unserer SchülerInnen äußert sich in Sätzen wie: Zeig mir bitte… ! Kann ich weiter machen bei…! Gibt es einen nächsten Schritt für….! Ich schau mir….. noch einmal an! Kann ich mal forschen zu …..!

Erdkinderplan

Das Wort „Erdkinderplan“ hat sich als Fachbegriff für das pädagogische Konzept der Sekundarstufe unter Montessori-PädagogInnen weltweit etabliert. Auch wir verwenden diesen Begriff, obwohl er im deutschen Sprachraum ein wenig veraltet klingt.
Vereinfacht könnte man es so beschreiben: Jugendliche sollen sich zu kompetenten Erwachsen entwickeln. Deshalb setzen sie sich im Rahmen des Erdkinderplans mit der Natur auseinander, betreiben Landwirtschaft, verkaufen ihre Produkte und Dienstleistungen und erarbeiten sich so ganz praktisch unterschiedliche Wissensbereiche und gleichzeitig die (Berufs-)Welt der Erwachsenen.
„Erdkinder“ sollen zu engagierten, verantwortungsbewussten und letztlich friedliebenden Weltbürgern heranwachsen.

Erdkinderschule

Das Wort „Erdkinderplan/Erdkinderschule“ hat sich als Fachbegriff für das pädagogische Konzept der Sekundarstufe unter Montessori-PädagogInnen weltweit etabliert. Auch wir verwenden diesen Begriff, obwohl er im deutschen Sprachraum ein wenig veraltet klingt.
Vereinfacht könnte man es so beschreiben: Jugendliche sollen sich zu kompetenten Erwachsen entwickeln. Deshalb setzen sie sich im Rahmen des Erdkinderplans mit der Natur auseinander, betreiben Landwirtschaft, verkaufen ihre Produkte und Dienstleistungen und erarbeiten sich so ganz praktisch unterschiedliche Wissensbereiche und gleichzeitig die (Berufs-)Welt der Erwachsenen.
„Erdkinder“ sollen zu engagierten, verantwortungsbewussten und letztlich friedliebenden Weltbürgern heranwachsen.

Food Coop

Hier finden Sie alle Infos zu unserer FoodCoop (Lebensmitteleinkaufsgemeinschaft), die wir für die Schule gründeten, um Lebensmittel regional, saisonal, direkt vom Kleinbauern und ohne Verpackung zu kaufen. Unser diesjähriges Ziel ist es, die FoodCoop für Eltern, Nachbarn und PädagogInnen zu erweitern - sodass diese ihre Lebensmittel auch über die FoodCoop beziehen können. https://foodcoop-montessori.jimdo.com/

Freiarbeit/Freie Wahl der Arbeit

Selbstbestimmtes Lernen den persönlichen Interessen entsprechend, mit Materialien, die man selbst wählen kann, im eigenen Tempo und selbstbestimmter Dauer, selbstgewählter Pause, an einem Ort der eigenen Wahl, alleine oder mit selbstgewählten ArbeitspartnerInnen, kennzeichnen die „Freiarbeit“ und sind ein grundlegendes Unterrichtsprinzip.
Die PädagogInnen sind unterstützend im Raum, geben, auf einzelne oder mehrere Kindern abgestimmte, Darbietungen, bieten Kindern, die ziellos oder suchend sind, Arbeiten an, ziehen sich zurück, sobald das Kind weiß wie es seine Aufgabe erledigen kann, vermitteln bei Konflikten, achten auf eine gute Arbeitsatmosphäre und eine auf die Entwicklungsbedürfnisse der jeweiligen Gruppe abgestimmte Vorbereitete Umgebung, sind aber vor allem stets aufmerksame BeobachterInnen, die Kindern genau die Menge an Hilfestellung geben, die nötig ist, um alleine weiterarbeiten zu können.
Für die kindliche Entwicklung bedeutet diese Art des Lernens den Erwerb von sozialer und kommunikativer Kompetenz, Teamfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Selbstkontrolle, aber vor allem erhält es die natürliche Freude am Lernen.
Maria Montessori fasst das mit dem Satz „Die Freiheit der Wahl führt zur Würde des Menschen.“ zusammen.

Freiheit und Disziplin

“Die Freiheit unserer Kinder hat als Grenze die Gemeinschaft, denn Freiheit bedeutet nicht, dass man tut, was man will, sondern Meister seiner selbst zu sein.”
Keinesfalls bedeutet also das Prinzip der Freiheit, dass Kinder sich selbst überlassen sind oder das PädagogInnen ihnen alles gewähren lassen. Jedes Kind erhält im Rahmen der Freiarbeit, die für seine Entwicklung notwendige Unterstützung, die es für die Erlangung der Selbstständigkeit benötigt. Das Freiheitsstreben schließt also Notwendigkeiten wie Disziplin, die Vermittlung von Kultur und erziehende Erwachsenen nicht aus. Durch die auf Selbstbestimmung basierenden Erziehungsmethode wird es möglich, „dass in dieser Freiheit die Kinder voll Freude arbeiten und sich die Kultur durch eigene Aktivität erwerben, dass die Disziplin aus dem Kind selbst entsteht”.
Für uns MontessoripädagogInnen ist es selbstverständlich, aber HospitantInnen sind immer wieder erstaunt, dass Kinder auch dann in gleicher Qualität weiterarbeiten, wenn ihre PädagogInnen den Raum verlassen.

Friedenserziehung

Das Ziel Maria Montessoris, nämlich die Erziehung zum Frieden, ist heute aktueller denn je. Wenn wir junge Menschen mit Respekt und Liebe auf ihrem Weg begleiten, wenn wir ihnen erlauben, selbständig zu forschen, wenn wir ihnen alles Handwerkszeug mitgeben, das sie brauchen, um die Welt ein Stück weiter zu bringen, dann ist das Friedenserziehung. Nur Menschen, die mit Selbstbewusstsein und Empathie allen anderen gegenüber durchs Leben gehen, werden elegante Lösungen für die Sicherung des Weltfriedens finden.

Going outs

Humane Tendenzen

Die Neigung des Menschen sich seiner jeweiligen Umgebung optimal anzupassen, sind ein innerer Antrieb und begleiten ihn ein Leben lang.
„Humane Tendenzen“ zeigen sich in jedem Alter anders und benötigen je nach Entwicklungsstand unterschiedliche Wege zur Erfüllung. Sie sind aber unerlässlich für die vollständige Entwicklung eines Menschen, dienen aber nicht nur der individuellen, sondern auch der gemeinschaftlichen Entwicklung.
Die wesentlichen humanen Tendenzen sind universell und zu allen Zeiten gültig. Sie helfen dem Menschen sich in seiner jeweiligen Welt, unabhängig von Kultur, Klima etc. anzupassen.

Beispiele für die Humanen Tendenzen der 6 bis 12-Jährigen:
Sie wollen die Welt und das Universum erforschen und wissen wie alles funktioniert.
Sie wollen sich zeitlich in ihrem eigenen Leben und in Bezug auf die Geschichte der Menschheit orientieren.
Sie wollen kommunizieren um auch ihre Gedanken auszutauschen und ihre Bedürfnisse zu formulieren.
Sie wollen sich moralisch orientieren und wissen was richtig und was falsch ist.
Sie schöpfen tiefe Zufriedenheit aus Aktivität und Arbeit.
Sie streben danach ihren Körper mit der Kraft ihres eigenen Willens zu beherrschen.
Sie wiederholen Dinge oder Vorgänge bis sie mit ihnen vertraut sind.

Innerer Bauplan

Jedes Kind verfügt über kreative Selbstgestaltungskräfte, die es in Wechselseitigkeit von der Umwelt und seinem „inneren Bauplan“ zur Entfaltung und Entwicklung der eigenen Persönlichkeit nutzt.

Kergruppe S1

In der S1 werden in etwa 12 Schüler/innen aller drei Schulstufen von einem Kerngruppenlehrer oder einer Kerngruppenlehrerin betreut. Das bedeutet sie treffen sich drei Mal pro Woche für 30 Minuten zu gemeinsamen Reflexionen, Gesprächen und Spielen. Weiters erledigt die Kerngruppe gemeinsam als Team die täglichen „Chores“ und das monatliche Kochen. Eltern wenden sich in der Regel direkt an die Kerngruppenlehrer ihres Kindes, da bei diesem alle Informationen zusammen laufen.

Kerngruppe S2

Kerngruppen in der S2: Jeweils 10 bis 12 SchülerInnen aller drei Schulstufen werden von einem Kerngruppenlehrer oder einer Kerngruppenlehrerin betreut. Das bedeutet, sie haben regelmäßige Coaching-Gespräche, essen einmal pro Woche gemeinsam mit ihrer Kerngruppe und planen auch die MAD-Projekte innerhalb dieser Gruppe. Eltern wenden sich in der Regel direkt an die Kerngruppenlehrer ihres Kindes, da bei diesem alle Informationen zusammen laufen.

Konfliktkultur

Kosmische Erziehung

„Kosmische Erziehung“ ist ein Wesensmerkmal der Montessorischule für die 6 bis 12-Jährigen.
Kinder sollen den großen Zusammenhang, die Gesetzmäßigkeiten und die Bedeutung der Ordnung für den Fortbestand der Welt innerhalb des „Kosmos“ erfahren. Dabei geht es nicht nur um die Gesetzmäßigkeiten der Natur, sondern auch um die Wechselbeziehungen von Mensch und Natur.
Die pädagogische Umsetzung der Kosmischen Erziehung erfolgt unter anderem über das Erzählen zahlreicher Geschichten aus der Menschheitsgeschichte, in denen alle maßgeblichen Ereignisse in der Natur und in der Menschheitsgeschichte vorstellbar und nachvollziehbar werden.
Philosophische Gespräche, kleine „Schlüsselgeschichten“, Zeitleisten, Bildtafeln, Bücher, Forschungsaufträge, aber vor allem die für das Alter typische „Vorstellungskraft“, unterstützen die Kinder dabei, sich mit den großen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen, aber auch „den Keim der Wissenschaft“ zu säen.
Mit diesem Wissen und dem tiefen Verstehen für das Leben, können junge Menschen im Laufe ihrer Entwicklung zunehmend Verantwortung für die Erhaltung dieser Ordnung übernehmen und sind die Hoffnungsträger für mehr Frieden auf dieser Welt.

Leitstudien

Leitstudien umfassen mindestens 7 Stunden pro Woche und haben zumeist eine praktische Grundlage, die unseren Hof (das Montessorimaterial der Sekundarstufe) oder unsere Gemeinschaft betrifft. Um sich Problemstellungen zu nähern, um diese zu lösen, werden passende natur- oder geisteswissenschaftliche Themen erarbeitet.

Lernen in altersgemischten Gruppen

Am besten gelingt der Aufbau eines guten Lern- und Arbeitsverhaltens in einer altersgemischten Gruppe. Sie ist die natürlichste Form einer menschlichen Gemeinschaft, wie die Familie zeigt, in der immer Menschen verschiedenen Alters zusammenleben.
In altersgemischten Gruppen lässt sich immer wieder beobachten, wie selbstverständlich Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Entwicklungsniveaus einander unterstützen. Jüngere nehmen gerne Hinweise von den älteren an und ältere entwickeln oft eine besondere Sensibilität oder Geschick im Erklären von sachlichen Inhalten und Begleiten von sozialen Prozessen.

MAD-Projekte

Make a Difference - MAD
Jede Kerngruppe plant ihr MAD-Projekt in der ersten Schulwoche, wenn wir auf Abenteuer-Exkursion fahren. Es gibt ProjektleiterInnen, einen Zeitplan, Zwischen-Deadlines und Verantwortliche für einzelne Bereiche des Projekts. Das Ziel ist es, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.
Beispiele für MAD-Projekte sind:
Eine Kerngruppe erstellt eine Website, wo politische Grundbegriffe in einfacher Terminologie für 9- bis 12-Jährige erklärt werden.
Eine Kerngruppe organisiert einen Austausch von einzelnen SchülerInnen mit anderen IB-Schulen in Europa.
Eine Kerngruppe erstellt Montessori-Material für ein Lerncollege, in dem jugendliche Flüchtlinge unterrichtet werden und macht kulturelle und sportliche Workshops mit ihnen.

Mathematischer Geist

"Mathematik ist eine der ältesten Wissenschaften der Menschheit und die Geschichten aus der Geschichte (über erste Zahlensysteme,  astronomische Beobachtungen etc.)  faszinieren bereits junge Kinder und vermitteln ihnen zugleich tiefen Respekt vor den großartigen Erkenntnissen alter Völker.Dieser Rückblick in die Errungenschaften menschlicher  Denkleistungen  macht auch klar, dass der menschliche Geist  immer schon mathematischen  Denkmustern folgte und logisches Denken, analysieren von Beobachtungen,  Finden von Ordnungen etc.,  ganz offensichtlich eine Humane Tendenz des Menschen ist.
Bei ganz jungen Kindern zeigt sich der mathematische Geist beispielsweise beim  richtigen Augenmaß um über ein Hindernis zu steigen oder  im Vergleichen  von Größenverhältnissen (Turm bauen), beim Sortieren von Gegenständen nach bestimmten Ordnungskriterien etc.
Später erwacht das Interesse alles Mögliche zu zählen,  vor allem mit wirklich große Zahlen zu hantieren und Montessori bietet dafür eine Vielfalt von konkreten Materialien, mit denen Kinder so lange hantieren, bis die Abstraktion schrittweise von selbst erfolgt.  Kinder haben bei uns die Möglichkeit vielfältige Erfahrungen zu machen,  mathematische Probleme zu lösen, Erkenntnisse zu gewinnen, Analogien zu entdecken und Präzision und Struktur als mathematische Sinnhaftigkeiten zu erleben.
Die Freude mathematische Zusammenhänge selbst entdeckt zu haben oder etwas „zu verstehen“, zu „durchschauen“ ist groß und deshalb begeistert  die Mathematik in Montessorischulen Kinder und LehrerInnen in gleichem Maße."

Medien

Der Einfluss auf die kindliche Entwicklung im Medienzeitalter ist auch für MontessoripädagogInnen eine stete Herausforderung. Allerdings nähern wir uns der
Thematik auf eine andere Weise. Wir stellen uns die Frage, welche Entwicklungsbedürfnisse Kinder tatsächlich haben und versuchen den Fokus darauf zu richten. Montessorianisch betrachtet stellt sich eine neue Frage: In welche sensible Phase gehört die Arbeit mit digitalen Medien? Dies ist wichtig, um nicht später – nicht mehr entwicklungsadäquat - Lerninhalte nachreichen zu müssen. Unsere Beobachtungen der letzten Jahre sind eindeutig. In der S1 muss man den Jugendlichen gut aufgebaut und strukturiert das Arbeiten mit digitalen Medien anbieten. In den Klassen davor, muss sinnlich und kognitiv die Vorbereitung dafür stattfinden.
Durch den komplett anderen Zugang zur Mathematik (mathematischer Geist, Psychogeometrie, konkretes haptisches Material…) stehen uns vielerlei didaktische Reihen zur Verfügung, die vom Kinderhaus bis zur Primarstufe 2 eine Basis für Programmiersprachen, ein „Begreifen“ von logischen Zusammenhänge schon auf einer unbewussten Ebene im Kind verankern. Momentan gibt es eine Zusammenarbeit von IT-ExpertInnen mit Montessori-ExpertInnen, die sich der Frage widmen, wie man noch genauer manche notwendigen Denkprozesse für das Kind isolieren kann, um später klarer vernetzen zu können.
Aber auch andere Bereiche wie die Anwendung von digitalen Hilfsmitteln müssen hinterfragt werden. In welchem Alter passt was gut für die nachhaltige Lernentwicklung.
Beispielsweise ist es für den Aufbau einer „inneren geografischen Landkarte“
wichtig, sich – neben dem aktiven Auseinandersetzen mit Entfernungen, Höhenunterschieden -, mit echten Landkarten zu befassen. Das Navigationsgerät der Erwachsenen liefert keinen Beitrag zum Ausbau der „inneren Landkarte“ , denn wir wollen das Gedächtnis der Kinder erweitern und nicht auslagern. Hier gilt der montesssorianische Grundsatz: Vom Ganzen zum Detail.
Junge Kinder müssen für ihre Entwicklung echte Erfahrungen mit Gegenständen machen und dabei ihre Sinne schärfen. Sie wollen spüren, wie schwer, wie groß Dinge sind, erleben wie lange Distanzen sind und wie schnell Zeit vergeht - und dazu leistet die virtuelle Realität von Bildschirmen keine Hilfe. Deshalb gibt es im Kinderhaus viele Materialien, die dem sensorischen Entwicklungsbedürfnis der Kinder gerecht werden.
Die Primarstufenkinder lernen viele Inhalte über die Vorstellungskraft, die für ihre weitere Entwicklung essentiell ist.
Keinesfalls wollen wir diese Entwicklung durch eine Flut künstlicher Störungen, die ihre Sinne betäuben und desensibilisieren, einschränken. Wir nutzen die Fähigkeit zum Kopfkino für
unsere Arbeit und sind uns bewusst, dass Kinder erst ab etwa 8 Jahren in der Lage sind zwischen Realität und Phantasie zu unterscheiden. Wir liefern deshalb keine Antworten und schon gar nicht „auf Enter-Taste“, sondern ermutigen sie zu forschen, zu experimentieren und möglichst viele eigene Erfahrungen zu sammeln.

Ein anderes Beispiel ist das Erlesen von Information wie etwa für Referate. Fundiertes Arbeiten mit konkreter Literatur in Buchform, mit Inhaltsverzeichnissen, Anthologien, Sammelbänden,… . schult das Herausarbeiten einer gestellten Forscherfrage. Erst, wenn unsere SchülerInnen hier sattelfest sind, können sie Suchmaschinen im Internet effizient nützen und fokussiert anwenden. „Überfliegen von Texten“, Streichen von unwichtigen Informationen, Fokussieren auf das Wesentliche muss beherrscht werden, bevor das Kind in den Untiefen des Internets Forschen kann. In der Regel ist das gegen Ende der P2 Zeit.

In der S1 muss nun das tägliche Anwenden neuer Kulturtechniken zur Routine werden. Wir bieten den ECDL-Führerschein an, erarbeiten für alle Präsentationen einerseits das Erlesen von digitaler Information, aber schulen auch Präsentationstechniken mit Medien. Hier besteht die Vorbereitete Umgebung dann aus: Laptop, Beamer und Ähnlichem.
Bei den älteren SchülerInnen haben die neuen Medien, allen voran Smartphones, einen hohen Stellenwert. Auch wenn es im Unterricht keinen Platz für die Verwendung von Handys gibt, schwappen die Folgen der Kommunikation über WhatsApp etc. immer wieder und in unterschiedlicher Form in den Schulalltag. Wir reflektieren den Einfluss sozialer Medien
mit den Jugendlichen und laden dazu regelmäßig Expertinnen in den Unterricht, aber auch
auf Elternabende ein.
s.a. Computer

Mikroökonomie

"Die Mikroökonomie ist das Herz der S1. Hier wird soziale Organisation, so wie man es im Erwachsenenleben benötigt, sehr deutlich (be)greifbar. Um ein Produkt zu erzeugen, es zu bewerben, einen Preis zu berechnen, es auf die aktuellen Marktlisten zu bekommen und ein passendes Label zu gestalten sind mehrere verantwortliche Schüler/innen zuständig und müssen sich koordinieren und auch Termine einhalten. Eine echte Herausforderung.
Der Umgang mit Geld und die Diskussionen, die aus der Mikroökonomie entstehen sind als sehr wichtiges moralisch-ethisches Material in einer Erdkinderschule zu verstehen."

Montessori Material

„Material“ zum Lernen ist in Maria Montessoris Augen grundsätzlich alles.
Im jungen Alter sind das vorbereitete Tabletts, die jeweils einen einzigen Lernschritt exemplarisch anbieten. Sie schauen wunderschön aus und bereiten aufs Dividieren, aufs Ordnen, aufs Lesen und Schreiben vor. Bis zum Alter von 12 Jahren lernen unsere jungen Menschen vorwiegend mit konkretem Material.
Danach treten mehr und mehr Bücher und Webseiten sowie das Interagieren mit ExpertInnen an ihre Stelle. Und ab dem jungen Erwachsenenalter ist die Welt selbst mit all ihren Erwachsenen, das Material. Geübt wird der Umgang in einer sicheren Umgebung, nämlich in der Lerngruppe, mit den sicheren Erwachsenen, die in Kontakt bleiben, auch wenn einmal der falsche Weg gewählt wird.

Polarisation der Aufmerksamkeit

Sensible Phasen

"Sensible Phasen“ sind besondere Empfänglichkeiten während der Entwicklung von Kindern. In einer solchen Phase verfügen Kinder über eine besondere Empfänglichkeit und auch Bereitschaft, um bestimmte Fähigkeiten zu erwerben.
Die Aufgabe der PädagogInnen ist es, die besonderen Merkmale der jeweiligen Entwicklungsstufe zu unterstützen, denn nur in den sensiblen Phasen kann sich das Kind alters- und entwicklungsadäquat bestmöglich entfalten. Wenn durch äußere Umstände (familiäre Turbulenzen, lange Krankheit, unpassendes Schulumfeld…) ein oder mehrere Bereiche nicht optimal genützt werden können, kann das zwar teilweise nachentwickelt werden, reißt aber eventuell folglich andere Lücken auf, die dann weniger freudvoll und mühsam erlernt werden müssen.

Sensible Phasen der 1- bis 3-Jährigen

"Eine hohe Sensibilität haben die 0- bzw 1- bis 3-jährigen für „Ordnung“. Ein gleichbleibender Tagesablauf gibt den jungen Kindern Sicherheit. Die Übersichtlichkeit der Materialien: „Jedes Ding hat seinen Platz.“, ein Farbleitsystem innerhalb der Materialien erleichtert es den Kindern Zugehörigkeiten zu erkennen und Ordnung selbst wieder herzustellen.
Der Spracherwerb und die ständige Wortschatzerweiterung - Montessori spricht von einer „Explosion der Wörter“ -, ermöglicht Unabhängigkeit! Deshalb wird mit den jungen Kindern viel gesungen und es werden Fingerspiele u.ä. angeboten.
Ausreichend Bewegungserfahrungen sind wichtig um den eigenen Körper zu spüren und sicher zu steuern. Ein gutes Körpergefühl ist eine wichtige Basis für viele weitere Entwicklungsschritte."

Sensible Phasen des Jugendalters

Die besonderen Sensibilitäten dieses Alters ermöglichen es den Jugendlichen, sich auf die neu auftauchenden Bedürfnisse des Lernens, Entwickelns und Wachsens einzulassen. In der Regel sind Jugendliche besonders sensibel für folgende Bereiche:
* Erwachsenenwelt - echte Arbeit und messbare Entlohnung (Geld als Gegenwert)
* Selbstwirksamkeit / Herausforderungen / echte Konsequenzen
* Selbstfindung (wer bin ich und wofür bin ich gut)
* Würde (und was andere von ihnen denken)
* Soziale Interaktionen / soziale Organisation- Kommunikation
* Politik/Philosophie
*Ruhe/Rückzug/Kontemplation/ Naturerfahrung
* Sich selbst stark und wirkungsvoll finden (Selbstwirksamkeit)
* Ein Wertesystem um ein guter Erwachsener zu werden

Stay Abroad

Im ersten Jahr der Sekundarstufe 2 werden drei Wochen des Schuljahres im Ausland verbracht. Die SchülerInnen fahren individuell und können in englisch-, französisch- oder spanischsprechende Länder reisen. Die Organisation dieses Stay Abroad zählt zu den großen Herausforderungen für die jungen Menschen. Alleine reisen, alleine in einer unbekannten Familie zu wohnen, alleine sich in einer großen Stadt zurechtfinden, alleine mit einem neuen Arbeitsort, mit neuen Erwachsenen zusammenarbeiten zu lernen, und all das in der Nicht-Muttersprache: Das ist der Reiz dieses fixen Programmpunkts in der S2.

Theaterprojekt

Vorbereitete Umgebung

Maria Montessori bezeichnet so die durchdachte, konzipierte Umgebung des Kindes, die ihm ermöglicht seinem natürlichen Entdeckungs- und Lerntrieb nachzugehen. In einer Umgebung, wo das Kind frei, in Sicherheit und selbsttätig handelt, lernt es seine psychischen und physischen Bedürfnisse zu erkennen und kann sich entsprechend entwickeln.
„Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“
„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Vorbereitete Umgebung in der P1+P2

Maria Montessori bezeichnet so die durchdachte, konzipierte Umgebung des Kindes, die ihm ermöglicht seinem natürlichen Entdeckungs- und Lerntrieb nachzugehen. In einer Umgebung, wo das Kind frei, in Sicherheit und selbsttätig handelt, lernt es seine psychischen und physischen Bedürfnisse zu erkennen und kann sich entsprechend entwickeln.
„Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“
„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

In den Primarstufen ist die Vorbereitete Umgebung in den zahlreichen Arbeitsräume gut strukturiert und ästhetisch gestaltet. Montessori-Material ist passend zum Entwicklungsalter der jeweiligen Lerngruppe für alle Lernbereiche vorhanden.Die Materialien sind frei zugänglich, übersichtlich und nach Themenbereichen geordnet (in der P2 teilweise sogar zweisprachig) vorhanden.
Da die Kinder bei Schuleintritt und auch in späteren Jahren über äußerst unterschiedliche persönliche Fähigkeiten, Kompetenzen, Erfahrungen und Interessen verfügen, achten wir darauf für jedes Kind passende Materialien bereit zu halten. So gibt es nicht nur äußerst differenziertes didaktisches Material, sondern auch viele Bücher um sich selbst Informationen zu beschaffen. Computer werden nur gelegentlich und dann ausschließlich als Schreibgeräte benutzt.
In den Arbeitsräumen gibt es genug Platz um großräumig Materialien auszulegen, am Boden oder bei Tisch zu arbeiten, sich in Kleingruppen treffen oder sich auch einmal in eine ruhige Nische zurückzuziehen.
Es gibt Experimentierplätze, Kochgelegenheiten, Bereiche für künstlerische Arbeiten, Tiere, die gepflegt und möglichst artgerecht gehalten werden, Pflanzen und Gartenbereiche, die von den SchülerInnen versorgt werden und auch Raum um sich als Großgruppe zu treffen.
Dank des großstädtischen Angebots, nutzen v.a. die älteren SchülerInnen im Rahmen von Going outs die Möglichkeit sich aktiv um die Beschaffung von Informationen zu kümmern, die sie vielleicht für ein Projekt und dessen Präsentation benötigen.
Die 6 bis 12-Jährigen bereiten sich in ihrer Entwicklung darauf vor, in die Gesellschaft einzutreten und diese kann nicht ins Klassenzimmer geholt werden. Somit wird es auch immer wichtiger den sozialen Aktionsradius durch Besuche von Ausstellungen, Sportstätten etc. zu erweitern.
„Das Tor zur Welt weit öffnen“ bedeutet in der Arbeit mit den Primarstufenkindern, die Vorbereite Umgebung nicht auf das Klassenzimmer zu beschränken, sondern ihnen „das ganze Universum“ als Lernort zu öffnen.

Vorbereitete Umgebung KKG

Maria Montessori bezeichnet so die durchdachte, konzipierte Umgebung des Kindes, die ihm ermöglicht seinem natürlichen Entdeckungs- und Lerntrieb nachzugehen. In einer Umgebung, wo das Kind frei, in Sicherheit und selbsttätig handelt, lernt es seine psychischen und physischen Bedürfnisse zu erkennen und kann sich entsprechend entwickeln.
„Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.“
„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

In der Kleinkindergruppe ist die Vorbereitete Umgebung ruhig, farblich harmonisch, „gemütlich“ und einladend, eindeutig strukturiert, also auf die sensiblen Phasen dieser Altersgruppe abgestimmt. Die Materialien werden dem Entwicklungsstand der Kinder angepasst und Materialien ausgetauscht bzw. individuell angeboten. Die Kinder haben täglich die Möglichkeit draußen zu sein (Garten, Spielplatz, Terrasse,...) und die Natur zu erforschen und den Lauf der Jahreszeiten zu erleben.

Vorstellungskraft

Die „Imaginationskraft“ ist seit Anbeginn der Menschheit ein wichtiges Werkzeug um Probleme zu lösen, bevor sie in die Wirklichkeit umgesetzt werden können.
Bei den 6 bis 12-Jährigen dient die Vorstellungskraft als Werkzeug, um sich nicht Erlebbares vorstellen zu können: Die Etappen in der Erdgeschichte, die Entwicklung des Lebens, die Entwicklung der Menschheit oder Dinge, die zu klein oder zu groß oder zu weit entfernt sind, um sie zu begreifen.
Montessori-LehrerInnen unterstützen den Aufbau dieser Vorstellungskraft, in dem sie Kindern verschiedenste Sinneserfahrungen unter Berücksichtigung emotionaler Aspekte ermöglichen: humorvolle Vorträge, wahre Geschichten, Eindrücken von Tatsachen, impressionistische Bildtafeln etc..